AGCO fordert neue Visionen für die Landwirtschaft in Afrika
Agrartechnik - Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche Mitte Januar in Berlin veranstaltete AGCO gemeinsam mit Bayer CropScience AG und der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) den ersten AGCO Africa Summit.
„Die Bevölkerung in Afrika wird sich in den nächsten 20 Jahren voraussichtlich verdoppeln. Daher ist es eine globale Verantwortung, gemeinsam eine neue Vision für die afrikanische Landwirtschaft zu entwickeln“, erklärte Martin Richenhagen, AGCO Chairman, President und CEO bei der Eröffnungs-Pressekonferenz. „Unser Ziel ist die Förderung des internationalen Dialogs, um globale Unternehmen dazu zu ermutigen, in die Zukunft Afrikas zu investieren.“
Quelle: AGCO GmbH
Der AGCO Africa Summit möchte das Bewusstsein für die Bedürfnisse auf dem afrikanischen Kontinent stärken und die landwirtschaftlichen Herausforderungen mit Blick auf das Welternährungsproblem, den Rückgang bebaubarer Landflächen und der wachsenden Bevölkerung diskutieren. Zu den Gastrednern zählten Thabo Mbeki (ehemaliger Präsident von Südafrika), Prof. Dr. Horst Köhler (ehemaliger deutscher Bundespräsident), Dirk Niebel (deutscher Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und Ilse Aigner (deutsche Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz). Zu den Teilnehmern der Diskussionsrunden zählten unter vielen anderen Jose Pacheco (Landwirtschaftsminister von Mosambik), Roberto Rodrigues (früherer Landwirtschaftsminister von Brasilien), Bärbel Dieckmann (Präsidentin der Welthungerhilfe) und Omari Issa (CEO, Investment Climate Facility for Africa).
Die Teilnehmer des AGCO Africa Summits diskutierten darüber, wie die
Mechanisierung der Landwirtschaft und verbesserte Anbaumethoden den Erntertrag erheblich steigern und damit eine bessere Zukunft sichern könnten. Höhere Produktivität und Effizienz wiederum würden zur Folge haben, dass die Länder Afrikas weniger auf importierte Erzeugnisse angewiesen wären, wodurch die Ernährungssicherheit verbessert würde. „Es gibt große Landstriche in ganz Afrika mit geeignetem Boden und vorteilhaftem Klima, die sich sehr gut für Landwirtschaft eignen, aber viele dieser Gegenden sind noch nicht bebaut oder sind nicht produktiv genug“, erläuterte Richenhagen. „Mit 11 % der weltweit verfügbaren Anbaufläche (von der 86 % derzeit brach liegen) kann Afrika von der Einführung moderner, mechanisierter Agrarmethoden nur profitieren.“
Mit mehr als 50 Jahren Erfahrung in Afrika durch die Traktormarke Massey Ferguson kann AGCO sich in seinen Bemühungen, die Arbeitsmethoden in der Landwirtschaft zu verbessern, bereits auf Allianzen mit Regierungen, ausländischen Investoren und Spendern stützen. AGCO plant, den Bau von Modellfarmprojekten und Ausbildungszentren in Sambia, Äthiopien, Marokko, Libyen, Algerien und Südafrika zu finanzieren, in denen lokal ansässige Landwirte und Vertriebshändler in der Verwendung neuer Agrartechnologien geschult werden können. Hubertus Mühlhäuser, Senior Vice President und General Manager, Europa, Afrika und Naher Osten, bemerkte hierzu: „Die Lösung für die Landwirtschaft in Afrika besteht darin, strategische Partnerschaften zu entwickeln, die es ermöglichen, die landwirtschaftliche Produktion umweltfreundlich und in wirtschaftlich und sozial verantwortlicher Weise zu steigern, um so die stetig wachsende Bevölkerung zu ernähren. Nach Jahrzehnten der Abhängigkeit von Nahrungsmittelspenden und angesichts der höchsten Bevölkerungswachstumsrate der Welt muss Afrika langfristig versuchen, seinen Nahrungsmittelbedarf mehr und mehr durch die eigene Produktion zu sichern.“
Angesichts des laut Schätzung der Weltbank zu erwartenden Anstiegs der Weltbevölkerung von 7,0 Milliarden Menschen auf 8,9 Milliarden bis 2050 muss die Lebensmittelproduktion und damit die Produktivität in der Landwirtschaft gesteigert werden, um den zunehmenden Bedarf zu decken. Afrika befindet sich in einer Schlüsselposition, wenn es um nachhaltige Nahrungssicherung geht, allerdings nur, wenn eine neue Vision für Landwirtschaft entwickelt wird, bei der die Fachkenntnisse des privaten Industriesektors und das Wissen der lokalen Bevölkerung gezielt genutzt werden.
Quelle: AGCO GmbH


